5 extravagante Trachtenlabels für die kommende Wiesnsaison

5 extravagante Trachtenlabels für die kommende Wiesnsaison | that kind of style

Mit diesem Beitrag habe ich in zweierlei Hinsicht beschlossen, über meinen Schatten zu springen: Erstens, ich schreibe auf dieser Plattform zum ersten Mal auf Deutsch. Zum heutigen Thema passt das einfach besser. Es wird aber eine englische Übersetzung geben, um meiner Bloglinie dennoch treu zu bleiben. 😉 Zweitens, ich schreibe auf dieser Plattform zum ersten Mal über eine Moderichtung, mit der ich als Exilkärntnerin in Wien nicht gerne in Verbindung gebracht werde: über die Tracht. Wenn man aus dem österreichischen Süden kommt, einen gewissen Dialekt mitbringt und dann auch noch irgendwo in einem Nebensatz für Trachtenmode schwärmt, bekommt man sehr schnell den “Landei”-Stempel aufgedrückt. Dass es durchaus moderne und extravagante Trachtenlabels gibt, die jeden Kleiderschrank und jede Figur rocken, zeige ich euch mit diesem Beitrag.

Manufaktur Herzblut

Als ich den Shop der Manufaktur Herzblut in Schwaz in Tirol zum ersten Mal betrete, fühle ich mich eigentlich nicht wie in einem Trachtenstore. Das könnte unter anderem am riesigen Bild liegen, das die Rückwand ziert: ein verlassener Ballsaal, halb verfallen, der Eindruck von einem längst vergangenen Gestern, UrbEx-Fotografie vom Feinsten. Die Mode, die hier verkauft wird, ist ebenfalls vom Feinsten, aber auf keinen Fall von Gestern. Markus Spatzier nennt sich zurecht Couturier. Die außergewöhnlichen (und etwas düster angehauchten) Designs verleihen der Tracht etwas Besonderes und Mystisches. Vor allem die Black Bee Linie hat es mir angetan.

Rettl 1868

Kilts from Carinthia | Rettl 1868 | 5 labels to watch | that kind of style
(c) Rettl

Wir Kärntner sind ein sehr emanzipiertes Volk (meistens ;)). Gleichberechtigung geht bei uns so weit, dass wir sogar Röcke für Männer salonfähig gemacht haben. Genauer gesagt macht das der Traditionsbetrieb Rettl 1868 aus Villach mit seinen Kilts. Die verschiedenen Tartans haben jeweils eine besondere Bedeutung – für jedes österreichische Bundesland gibt es ein eigenes, das einerseits die Farben der Wappen aufnimmt, andererseits sind sie inspiriert von besonderen Orten, Bodenschätzen und Landschaften. Neben Kilts gibt es auch moderne Trachtenkollektionen für Damen und Herren, die sogar bis nach Shanghai exportiert werden.

Mirabell Plummer 

Wer mich kennt, weiß, dass ich bei zwei Dingen nicht widerstehen kann: Leopardenmuster und Glitzer. Das Label Mirabell Plummer aus – dem meiner Meinung nach schönsten Bundesland – Salzburg vereint unter anderem diese beiden Dinge mit trachtigen Schnitten, die maßgeschneidert und je nach Geschmack angepasst werden. Die außergewöhnliche Stoffauswahl reicht von Comic- und Galaxy-Prints über Leder bis hin zu Kunstpelz mit Animalprints. Noch extravaganter werden die Designs mit Swarovski Elements oder individuellen Stickereien.

Niely Hötsch

Tradition Rocks – Traditional headpieces by Niely Hoetsch | 5 labels to watch | that kind of style
Atelier Niely Hoetsch (c) Maria Tsakiri

Es gibt diese Traditionsvereine, die von uns Jüngeren oft belächelt werden. Allen voran die liebevoll genannten „Goldhaubendrachen“. Die meist älteren Damen mit strengen Dutts verdanken diese Bezeichnung ihren noch strengeren Minen und ihrem typischen Kopfschmuck, der „Goldhaube“, die manchmal die Formen (möglicherweise auch die Wirkung?) eines Aluhuts annimmt. OK, genug Sarkasmus; Was ich hier eigentlich sagen will:
Tradition muss nicht altbacken sein. Niely Hötsch beweist, dass es auch anders geht und dass traditionelle Kopfbedeckungen nicht verstaubt aussehen müssen. In ihrer aktuellen Kollektion “Tradition rocks” findet man nicht nur wunderschöne Flowercrowns, sondern auch moderne und tragbare Goldhaarreifen, die von den Wachauer Goldhauben inspiriert sind.

Die wilde Kaiserin

Jewelry by die wilde Kaiserin | 5 labels to watch | that kind of style
(c) Die wilde Kaiserin

Wie edel Naturmaterialien sein können, zeigt Isabel Koch mit ihrem Schmucklabel „Die wilde Kaiserin“. Die Designerin ist selbst Jägerin und setzt sich daher für einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Umgang mit der Natur ein.
Unkonventionell, aber nicht alternativ; Glamourös, aber nicht kitschig; Natur- und Heimatverbundenheit modern interpretiert und in stilvolle, authentische Schmuckstücke verwandelt, verleiht „Die wilde Kaiserin“ jedem Outfit – nicht nur der Tracht – das gewisse Etwas.

 

Mein eigenes Outfit am Titelbild ist übrigens von Kettner in Graz. Wie sehen eure Wiesnoutfits aus? Verlinkt eure Fotos und Beiträge gern in den Kommentaren 🙂

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*